Und, was macht man in dieser Stadt, um die Sales-Belegschaft bei Laune zu halten und zu motivieren? Na klar, erstens: man schickt sie ins 5 Sterne-Luxus-Hotel Arts der Ritz-Carlton-Gruppe direkt am Strand des Olympischen Hafens, und zweitens: man feiert im Opium-Mar, einem der angesagtesten und coolsten Clubs dieser Stadt, direkt am Strand am Fusse des Hotels. Nur 2x umfallen und schon purzelt man in seine Designer-Suite mit Meeresblick.
Wolfgang aus Wien war als Teilnehmer eingeladen und hat ein paar Tage Urlaub drangehängt. Ein guter Zufall, dass Mike uns zeitgleich zu dem OpenText Event besucht. Wir verabreden uns daher für den Abend im Opium, wo wir vor 2 Jahren zuletzt waren. Doch damals hiess das „Opium Mar“ noch „Baja Beach“ und gehörte zu unseren Lieblingsrestaurants am Meer. In gemütlichen Korbstühlen konnte man Riesen-Portionen von Muscheln nach Seemannsart für nur 6 Euro essen und beim Blick aufs Meer Urlaubsgefühle bekommen.Im darauf folgenden Winter passte sich das Baja dann dem allgemeinen Trend an und verwandelte sich in eine Location im kühlen Lounge-Look. Die gleichen Bedienungen servierten fortan die Seemanns-Muscheln in kleinen stylischen Schüsselchen, dafür aber zum doppelten Preis. Schick will sich schließlich keine Wampe anfressen, aber sein Geld loswerden. Die Disko im Gebäudeinneren wurde zum trendigen Club. Eine Änderung der Räumlichkeiten war dafür nicht nötig. 20 Euro Eintritt, House statt Diskomusik und das Bier für 7 Euro und schon strömen sie herein, die Schönen und Reichen. Oder zumindest die, die es sein wollen.
Dank Mikes Connection zum Event-Team schaffen wir es doch noch an den Türstehern vorbei. Zwischen all den leicht bekleideten Chicas und Paris-Hilton-Doppelgängerinnen ist es nicht schwer, die OpenTextler ausfindig zu machen. Die Animierdamen takeln in Highheels und Bikins an uns vorbei, die Männer bekommen Stilaugen. Man kommt sich vor wie in einem dieser „Gugsch-Du“-Clubs, die man nur aus dem Tatort oder schlechten Filmen kennt. Und auch die weiblichen Besucher machen das alberne Spiel mit. Hier gilt die Devise: je höher der Schuh und je weniger Textil, desto besser. Das Alter kann es nicht sein, dass wir uns den gaffenden und triefenden Altersgenossen nicht so recht zugehörig fühlen. Sind wir zu naiv? Ich komme mir vor, wie in Klamotten an einem FKK-Strand.
Eine der ersten Fragen an diesem Abend ist immer: Was machst Du beruflich? Die Frage wirkt auf mich seltsam. Seit wir in Spanien leben bin ich noch nie beim ersten Gespräch nach meinem Job gefragt worden. Gibt es nicht Wichtigeres über einen Menschen zu erfahren, als welchen Job er ausübt, einen Job, mit dem er sich nicht identifiziert? Jeder ist erfolgreich, aber wer ist mit seiner Arbeit glücklich? Berufung zum Beruf zu machen scheint eine Utopie der 68er zu sein. Und doch träumt fast jeder davon.
Während des Schreibens dieses Artikels macht mich Jörg auf einen Spiegel-Bericht aufmerksam, der zum Thema passt und weiter zum Nachdenken anregt.
Bin ich jetzt eigentlich irgendwie "drin" bzw. auf updates registriert? :O)
AntwortenLöschengroßer Spaß... und ich war dabei! ;-) Bussi aus "Dog-Pooh-City"
AntwortenLöschenhm, ich hoffe dass es keine Utopie ist eine Berufung zu finden - schau mer mal :-)
AntwortenLöschenRoland